SPACE AS CANVAS
GEOMETRIC CONSTELLATIONS
2011
KARIMA KLASEN
GEOMETRIC CONSTELLATIONS
16.09. - 28.10. 2011
OPENING: 16.09.2011, 19H

Die in einer Schaffensdichte entstandene Werkreihe GEOMETRIC CONSTELLATIONS prägt die Auseinandersetzung der Künstlerin Karima Klasen mit visuellen Phänomen und ihrer Beziehung zum urbanen Raum und dem Betrachter.
Zudem wird der seriell anmutende Schaffensprozess zur Schau gestellt und in seinem Möglichkeitenspektrum ausgelotet. Hierbei dominieren Schwarz-Weiß-Kontraste geometrischer Figuren, die grundsätzlich am Linearen orientiert scheinen.
Schon vor dem Betreten des eigentlichen Ausstellungsraums, zeigt sich die in die städtische Umgebung greifende Arbeitsweise in Form einer durch schwebende Streifen (CURTAIN) hervorgerufene Zergliederung der Ausstellungsfläche, die quasi als weißer Malgrund dient und als optische Täuschung die Grenze zwischen Raum und Umraum kurz aufzuheben scheint. Etwas über das Kunstwerk selbst Hinausweisendes entsteht, das in anderer Form sich im Innern der Ausstellungsfläche fortsetzt: als Linie, die formgebend überwältigt, flirrende Kontraste und einen optischen Tiefensog hervorruft; als Klebeband-Leftover, das – als direkten Hinweis auf den Arbeitsprozess zu verstehen – das Negativbild der mit Acryl auf Leinwand gemalten Werke ergibt und den Ausstellungs- zum Arbeitsraum erweitert, ferner: das triviale Abfallprodukt zum eigentlichen Sujet aufwertet. Wer sich weiter dem von Klasen bildnerisch gestalteten Raum aussetzt, erfährt eine zusätzliche Eigenart ihrer Arbeit: Offenheit. Zweierlei bricht das Erwartbare auf: Betrachter interagieren, indem sie die bespielten Sitzgelegenheiten nutzen und den Schattenfall verändern; und dieser wiederum wird zum Medium der Raumzeichnung selbst und eröffnet dadurch die Ebene der Ungreifbarkeit, der Arbeit in Bewegung.
Denn erst im Kontext wird Kunst lebendig, durchdringt das Unerwartete das geometrisch Vorgegebene, sodass Karima Klasens Arbeiten mit Intensität und visueller Eindringlichkeit das urbane Leben um den künstlerischen Raum im Raum erweitern.

Text: Kevin Kuhn
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